Autor: Jochen_neu

  • Frühling im Tal, Neuschnee auf dem Brocken

    Frühling im Tal, Neuschnee auf dem Brocken

    Auf dem Weg von Bad Harzburg zum Torfhaus erwartete den Wanderer am 4. Mai dieser reizvolle Kontrast. Während am Marienteich der Frühling Einzug hielt, war auf dem Brocken im Harz Neuschnee gefallen.

    Die beiden Standorte von denen die Bilder gemacht wurden, lagen nur wenige Schritte voneinander entfernt. Für das Bild vom Brocken hat der Fotograf Heinz-Helmut Heidenbluth allerdings mit Teleobjektiv gearbeitet.

    Der Weg von Bad Harzburg (Parkplatz Taternbruch) zum Marienteich führt überwiegend leicht bergauf, zunächst durch das Radautal, dann durch das sehr schöne Tal der Baste, in dem immer wieder kleine Wasserfälle auftauchen. Vom Marienteich sind es nur wenige Minuten bis zur Marienteichbaude. Dazu muss man allerdings die vielbefahrene B4 überqueren.

    Der 120 Meter breite und etwa genauso lange Marienteich, der durch einen aufgeschütteten Damm entstanden ist, wird durch den Marienbach gespeist. Er entspringt im südlich gelegenen Hochmoor Marienbruch.

    Text und Gestaltung: Michael und Jochen Hotop

  • Der schönste Weg zum Brocken führt durch das Ilsetal

    Der schönste Weg zum Brocken führt durch das Ilsetal

    Herrliche, sonnenbeschienene Buchenwälder und ein munteres Flüsschen, das sich zwischen mächtigen Granitbrocken seinen Weg bahnt: Es gibt nur wenige Täler im Harz, die so wildromantisch und abwechslungsreich sind. Zu recht hat Heinrich Heine dem Ilsetal in seiner »Harzreise« ein literarisches Denkmal gesetzt und darin auch die Sage von der Prinzessin Ilse anklingen lassen. Es ist der wohl schönste Weg zum Brocken, jedenfalls was den ersten Teil, die Wanderung durchs Ilsetal, angeht. Den weiteren Aufstieg zum höchsten Harzgipfel nehmen wir allerdings nicht in Angriff, sondern biegen hinter den Oberen Ilsefällen an der Roten Brücke ab zur Plessenburg. Von dort geht es über den Ilsestein zurück nach Ilsenburg.

    Tausende machen sich im Laufe eines Jahres auf den Weg zum Brockengipfel, dem meistbesuchten Berg Deutschlands. Wie kommt man zum malerischen Heinrich-Heine-Wanderweg? Nach einer kurzen Fahrt durch den Luftkurort Ilsenburg, ist man schnell am Parkplatz »Erlebniswald Ilsetal« und folgt

    An einem solchen Herbstmorgen kann Wandern wirklich glücklich machen.

    für rund einen Kilometer auf einem angenehmen Fußweg der nichtöffentlichen Straße, vorbei an Hotels, Ferienhäusern und einem Wohnmobilstellplatz in üppiger Natur. Der Heinrich-Heine-Weg beginnt dann am Hotel »Am Ilsestein«.

    »Einmalige Lichtstimmung«

    Nun taucht man endgültig ein in ein Tal der Sagen und Mythen, genießt die Lichtstimmung in den Baumwipfeln und das Glitzern des Wassers. Der Weg führt etwa vier Kilometer am Ufer der Ilse entlang. Wer die Flussseite wechseln möchte, hat durch verschiedene Brücken immer wieder die Möglichkeit. Eine nahe, fest ausgebaute Talstraße wird gern von Mountainbikern genutzt sowie von Wanderern, die schnell voran kommen möchten.

    »Rendezvous mit einer Wasseramsel«

    Wir dagegen bleiben dicht am Ufer, bewundern die erstaunlichen Felsformationen und freuen uns über die urwüchsige, manchmal wilde Natur, etwa, wenn drei bis vier Baumstämme mikado-mäßig übereinander liegen, darunter das tosende Wasser der Ilse.

    An einer anderen Stelle wartet ein Fotograf geduldig auf ein Rendezvous mit einer Wasseramsel, die es hier zahlreich gibt. »Sie liebt es in der Ilse zu baden und nach Fliegenlarven zu tauchen», erzählt der Fotograf.

    »Warum Waldspaziergänge so gesund sind«

    Die Natur mit ihren vielen Sinneseindrücken war nicht nur für Heinrich Heine eine Quelle der Inspiration, vor allem, wenn man wandernd unterwegs ist. Dies unterstreicht Goethe mit den Worten: »Nur wo du zu Fuß warst, da bist du wirklich gewesen.« Heinrich Heine ging im September 1824 zu Fuß von Göttingen über Northeim, Osterode, Clausthal und Goslar zum Brocken und ins Ilsetal. Die wohltuenden Wirkungen der Natur auf Körper, Geist und Seele entdecken heute zunehmend auch junge Leute wieder. Das zeigen uns die Begegnungen während unserer Tour durchs Ilsetal.

    »Der sagenumwobene Ilsestein«

    Einst – so geht die Sage – soll es auf dem mächtigen Gipfel des Ilsesteins eine Burg gegeben haben, in der ein König mit seiner lieblichen Tochter Ilse lebte und in die sich ein Junker verliebte. Eben diesen Junker hatte aber auch eine reiche, missgünstige Zauberin für ihre Tochter – bekannt für ihre bösen

    Augen und ihre gehässigen Reden – als Mann erkoren. Mit ihrer ganzen Zauberkraft soll sie ein unbeschreibliches Unwetter herauf beschworen haben, so dass vom Brocken verheerende Wassermassen zu Tal stürzten und Klippe um Klippe sowie die Burg und ihre Bewohner hinab in die Tiefe rissen.

    Mehrere Köhler sahen das grausige Schauspiel und bemerkten aber auch, als Ilse langsam hinabsank, dass eine mächtige Gestalt die Prinzessin aufhob und forttrug. Am Schluss der Sage heißt es dann: »Die holde Königstochter wohnt noch immer im Ilsestein, und vorzeiten hat sie mancher gesehen, wenn sie im schimmernden Gewande, die Krone auf den blonden Haaren, aus dem Felsspalt hervorgetreten ist. Dann hat sie sich im Wasser der Ilse gebadet und ist mit Sonnenaufgang wieder verschwunden.

    Alle aber, welche sich der Prinzessin keuschen Herzens nähern, überschüttet sie mit Wohltaten; demjenigen dagegen, der unreinen Herzens die Badende überraschen will, sprengt sie Wasser in die Augen und verwandelt ihn in eine alte, zottige Tanne.«

    »Ein ganz Großer der Waldwirtschaft«

    Kurz hinter dem Ilsestein liegt der Zanthierplatz, eine kleine Lichtung mit einem Hinweis auf den im 18. Jahrhundert gelebten Oberforstmeister Hans Dietrich von Zanthier. Statt gleichgültig mit den Schultern zu Zucken, sollte man hier eigentlich eine Gedenkminute einlegen, denn Zanthier gründete in Ilsenburg die erste forstliche Lehranstalt Deutschlands und gilt als Wegbereiter moderner, nachhaltiger Waldbewirtschaftung (Foto siehe unten in der Bildergalerie).

    Die Natur spielt im Ilsetal Mikado.

    »Der Weg der Ilse zur Nordsee«

    Auf dem Weg durchs Ilsetal begleiten den Wanderer zahlreiche Hinweistafel. So erfahren wir, dass die Ilse im Brockenbett in 1000 Metern Höhe entspringt, nach etwa 30 Kilometern bei Börßum in die Oker mündet, die wiederum in die Aller fließt. Diese vereinigt sich bei Verden mit der Weser, so dass das Wasser der Ilse schließlich bei Bremerhaven in die Nordsee gelangt.

    »Die Unteren und Oberen Ilsefälle«

    Poetischer als Heinrich Heine in seiner »Harzreise« hat wohl kaum jemand dem Flüsschen Ilse gehuldigt: »Es ist unbeschreiblich, mit welcher Fröhlichkeit, Naivität und Anmut die Ilse sich hinunterstürzt über die abenteuerlich gebildeten Felsstücke, die sie in ihrem Laufe findet, sodass das Wasser hier wild emporzischt oder schäumend überläuft, dort aus allerlei Steinspalten, wie aus tollen Gießkannen, in reinen Bögen sich ergießt und unten wieder über die kleinen Steine hintrippelt, wie ein munteres Mädchen. Ja, die Sage ist wahr, die Ilse ist eine Prinzessin, die lachend und blühend den Berg hinabläuft. Wie blinkt im Sonnenschein ihr weißes Schaumgewand!«

    Vor den Unteren Ilsefällen wechseln wir auf die Ostseite des Flüsschens. Der schmale Weg führt jetzt über kleine Felsstufen und wird auf 1200 Metern deutlich anspruchsvoller. Dabei gehen die Unteren Ilsefälle nahtlos in die Oberen über. Gut vorstellbar, dass die Ilse nach der Schneeschmelze im Frühjahr zu einem tosenden Ungeheuer wird, wie es einer der Wanderer formulierte.

    Sabine und Karsten Muhlert sind bereits zum 12. Mal hier. Sie kommen aus Hannover und wollen zum Brocken. Das Ilsetal ist einfach »traumhaft«, sagen sie.
    Maike Boß und Maximilian Lux sind zum ersten Mal im Harz und wollen hier eine Woche wandern. Sie kommt aus Bonn, er aus Chemnitz. Die beiden haben sich im letzten Jahr auf dem Jakobsweg kennengelernt.
    Anni Wilhelm fotografiert aus privatem Interesse die letzten Urwälder Deutschlands und will nach dem Ilsetal auch noch ins Bodetal. An ihrem ersten Tag hat Wilhelm, die in Nürnberg Software-Entwicklerin ist, den Brocken bei Sonnenaufgang erlebt, mit einem Wolkenmeer unter sich. »Fantastisch!«

    »Kontrastprogramm«

    Während der Weg durchs Ilsetal vor allem durch Buchenwälder geprägt ist, dominiert Richtung Plessenburg der Tannenwald. Immer wieder gibt es dabei reizvolle Ausblicke ins Ilsetal. Am Wegesrand zuweilen mächtige Granitfelsen.

    Wer bei dem Namen Plessenburg eine Trutzburg, ein Felsennest, erwartet, wird enttäuscht. Der heimelige Flecken, der nach einem Herrn von Pleß benannt wurde, besteht aus einem Forsthaus sowie einem 1776 erbauten Jagdhaus, das heute als Waldgaststätte den Wanderer erfreut.

    Ein perfekter Tag an der Plessenburg.

    »Paternosterklippe mit einer malerischen Kulisse«

    Unser nächstes Ziel ist die Paternosterklippe. Um diese schön gelegene Felsattraktion zu erreichen, gehen wir von der Plessenburg zunächst ein Stück auf einer Forststraße nach Nordwesten, bis wir zu einem großen Wegekreuz gelangen. Von dort nehmen wir einen

    Zu den markanten Naturschönheiten des Ilsetals gehört auch die Paternosterklippe.

    horizontal verlaufenden, sehr bequemen Pfad, bewundern die Drachenflieger und sehen zwischen den Bäumen ab und an den Brockengipfel. Der markante Fels der Paternosterklippe fällt sofort ins Auge und ergibt zusammen mit dem Herbstkleid der Buchen eine malerische Kulisse.

    »Mit phantastischen Reizen geschmückt: Der Ilsestein«

    Nach weiteren zwei Kilometern Fußmarsch, sind wir schließlich am Ilsestein, den die Natur nach den Worten Heinrich Heines mit phantastischen Reizen geschmückt hat. Kann es wirklich sein, dass hier einmal eine Burg gestanden hat? Offensichtlich hatte auch Heinrich Heine 1824 seine Zweifel, denn er

    Auf dem 473 Meter hohen Ilsestein steht das wohl schönste Gipfelkreuz des Harzes.

    schreibt: »Der Ilsefelsen ist ein ungeheurer Granitfelsen, der sich lang und keck aus der Tiefe erhebt. Von drei Seiten umschließen ihn die hohen, waldbedeckten Berge, aber die vierte, die Nordseite, ist frei, und hier schaut man in das unten liegende Ilsenburg und die Ilse, weit hinab ins niedere Land. Auf der turmartigen Spitze des Felsens steht ein großes eisernes Kreuz, und zur Not ist da noch Platz für vier Menschenfüße.«

    Auch Heinrich Heine genoß schon die Aussicht vom Ilsestein – mit einem schönen Blick auf Ilsenburg.

    Allerdings hat man auf dem Südharz des Ilsesteins bei Ausgrabungen wahrhaftig die Grundmauern einer Burg entdeckt. Vermutlich handelte es sich dabei aber lediglich um einen 1033 errichteten Turm mit einem Schutzwall. Anders als in der Sage durch eine böse Hexe, soll die Burg 1107 aber auf Geheiß des Papstes zerstört worden sein.

    Voll praller Eindrücke machen wir uns auf den Rückweg vom 473 Meter hohen Ilsestein durch herrlichen Buchenwald zurück nach Ilsenburg, das auf einer Höhe von rund 300 Metern liegt.

    Text, Fotos und Gestaltung: Michael Hotop, Jochen Hotop

    [su_box title=“Ilsenburg lebt nicht nur vom Tourismus“ box_color=“#FFFFFF“ title_color=“#c83737″]

    Neben dem Fremdenverkehr hat Ilsenburg auch eine lange Industrietradition, die bis ins 12. Jahrhundert zurückreicht, als in der Region Eisen gewonnen und verarbeitet wurde. Und heute? In dem Gewerbegebiet vor der Stadt sind Werke der ThyssenKrupp AG und der Ilsenburger Grobblech, einer Tochter der Salzgitter AG, ansässig.

    In einem aktuellen Ranking der Größten Unternehmen Sachsen-Anhalts, belegt Thyssen mit über 1900 Mitarbeitern, davon 1000 in Ilsenburg, Platz 14, während die Salzgitter-Tochter mit knapp 800 Beschäftigten auf den 35. Platz kommt. »Wir haben in Ilsenburg die Vollbeschäftigung erreicht«, freut sich Bürgermeister Dennis Loeffke und geht auch für die kommenden Jahre von einer gleichbleibend guten Entwicklung aus.

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    Wanderung in Bildern:
    Ilsenburg – Ilsetal – Ilsefälle – Rote Brücke – Plessenburg – Paternosterklippe – Ilsestein – Ilsenburg

  • Glen Els: Das Whisky-Wunder von Zorge

    Glen Els: Das Whisky-Wunder von Zorge

    Ja, tatsächlich, in Zorge im Südharz gibt es eine Whisky-Destillerie, der es gelungen ist, sich in der Welt der erlesenen Malt´s einen besonderen Namen zu machen. Kein geringerer als Jim Murray pries die Erzeugnisse in seiner Whisky-Bibel als absolute Spitzenprodukte, auch im Vergleich mit schottischen Malt´s. Die mit Harzwasser produzierten, insgesamt 200 Whisky-Sorten werden unter der Dachmarke »Glen Els« verkauft; destilliert in der sogenannten »Hammerschmiede« in Zorge, deren Verkaufsräume zu einem Anziehungspunkt für Touristen geworden sind. Zur derzeit guten Whisky-Nachfrage sagt Unternehmenschef Alexander Buchholz: »Wir produzieren im Jahr 30.000 Flaschen. Wenn ich wollte, wären diese bereits im Februar abverkauft.«

    Harz-Beat: Wieviele Besucher waren 2018 bei Ihnen in Zorge und wie groß war der Anteil derjenigen, die etwas mitgenommen haben?

    Buchholz: Es waren über 20.000 bei einer Kaufquote von 60 Prozent, das heißt, gut die Hälfte unserer Produktion an Glen Els Whisky geht über den Ladentisch unseres Destillerie-Shops. Knapp 15.000 Flaschen werden über den Handel abgesetzt, auch über unseren Online-Shop mit einer nicht unbeträchtlichen Menge.

    »Der Sichelmond der Touristenströme«

    Harz-Beat: Unter Ihren Besuchern sind viele Touristen. Kommen diese Kunden aus dem näheren Umfeld des Südharzes?

    Buchholz: Eher weniger. Sie müssen sich die normalen Touristenströme wie einen Sichelmond vorstellen, der sich – vereinfacht gesagt – von Goslar im Westen bis Wernigerode im Osten und bis Braunlage im Oberharz erstreckt. In diesem Sichelmond ist – touristisch gesehen – relativ viel los. Dann gibt es noch ganz, ganz leichte Ausreißer mit St. Andreasberg und Bad Lauterberg, wo sich noch ein bißchen was tut. Hier im Südharz, das heißt in Zorge, Wieda und Walkenried ist nicht im Ansatz so viel los wie in Braunlage.

    Das beeindruckende Lager der Hammerschmiede umfasst rund 700 Fässer.

    Harz-Beat: Also nehmen viele Touristen durchaus eine längere Anreise in Kauf, um zu Ihnen zu kommen? Dann kann man doch mit Fug und Recht sagen, dass Sie für den Südharz so etwas wie ein Besuchermagnet sind.

    Buchholz: Wir verstehen uns nicht als Leuchtturm, sondern als nichts weiter als einen Baustein. Das Problem ist, dass es kaum weitere Bausteine gibt. Der Gast braucht für die Anreise etwa aus Wernigerode rund eine Stunde. Wenn er sich dann bei uns zwei Stunden aufhält, taucht schnell die Frage auf: »Was machen wir nun?« Daher freue ich mich, dass in diesem oder im nächsten Jahr im Kloster Walkenried ein Welterbe-Infozentrum eröffnet wird. Dann kann sich der Gast ohne Weiteres einen ganzen Tag im Südharz aufhalten.

    Harz-Beat: Gehen Sie da nicht ein wenig zu hart mit dem Südharz ins Gericht?

    Buchholz: Die Natur hier ist echt geil. Wanderer und Mountainbiker finden hier ein kleines Paradies vor. Aber auch diese Touristen wünschen sich Unterkünfte, die auf der Höhe der Zeit sind. In Zorge zum Beispiel gibt es 400 Pensionsbetten. 100 davon sind wirklich top, aber bei den anderen möchte man den Inhabern zurufen: »Tut doch endlich mal was!« Es ist der falsche Weg, über Jahrzehnte zu sagen: »Dann machen wir es eben noch ein paar Euro günstiger.« Diese Einstellung muss sich ändern, um der Entwicklung wieder eine positive Richtung zu geben.

    Gute Berichte über den Südharz sind ebenfalls ein kleiner Baustein, der aber nur dann auf einen Erfolgsweg führt, wenn die Region auch wirklich gut ist. Ansonsten setzt man seine Glaubwürdigkeit aufs Spiel. Was ich mir für Zorge wünschen würde, wäre ein Gesamtkonzept.

    Die Hammerschmiede von außen.

    »An nachhaltiger Entwicklung interessiert«

    Harz-Beat: In Ihrem Unternehmen läuft es hervorragend. Sie könnten erheblich mehr Flaschen absetzen, als Sie herstellen. Denken Sie daran, die Produktion hochzufahren?

    Buchholz: Unsere Branche ist nicht vergleichbar etwa mit der Herstellung von Schrauben, wo Sie sich heute eine neue Maschine anschaffen und morgen die doppelte Menge produzieren können. Ein Whisky muss – so will es der Gesetzgeber – mindestens drei Jahre alt sein, das heißt aber nur, dass er dann verkauft werden darf, aber nicht, dass er bereits ausgereift ist. Das ist er in den meisten Fällen nämlich erst nach 5 bis 10 Jahren. Das Problem ist: Der Markt kann in dieser Zeit völlig anders aussehen. Daher sind wir mehr an einer nachhaltigen Entwicklung interessiert. Die 10 Mitarbeiter, die hier tätig sind und wir in der Geschäftsführung können davon leben. Das reicht uns vollkommen aus. Der Whisky-Markt ist traditionell eine Achterbahnfahrt. Das war nie anders.

    »Die Reifezeit des Glen Els kann man schmecken«

    Harz-Beat: Sie sind 34, Diplom-Kaufmann, haben neben Betriebswirtschaft und Volkswirtschaft auch neuere und mittlere Geschichte studiert. Welches ist Ihre Hauptaufgabe im Unternehmen?

    Buchholz: Es nennt sich Master-Destiller. Ich bin also für den gesamten Destillationsprozess verantwortlich.

    Harz-Beat: Welche Eigenschaft sollte ein Master-Destiller unbedingt mitbringen?

    Buchholz: Geduld! Gerade die Juwelen unter den Malt´s benötigen eine lange Reifezeit, Zeit, die man schmecken kann. Dabei hat jeder Master-Destiller natürlich seine Geheimnisse.

    [su_box title=“Buchholz: »Die Whisky-Herstellung passt einfach zum Harz«“ box_color=“#FFFFFF“ title_color=“#c83737″ class=“infobox–redBorder“]

    Was war für Alexander Buchholz der Auslöser, im Harz mit der Whisky-Herstellung zu beginnen? »Das passt einfach hierher«, betont er. Das gute Harzer Gebirgswasser sei das absolute A & O für einen Whisky von Format. Eine weitere wichtige Zutat: das Malz der Gerste.

    Gerste war nach seinen Worten im Harz früher das einzige Getreide, das bis zu einer Höhe von 900 Metern ernsthaft angebaut werden konnte, in einer Zeit, als noch mit der Sense gemäht wurde. Für die großen Erntemaschinen, die später zum Einsatz kamen, waren die Hänge dagegen kaum noch befahrbar, so dass der Gerstenanbau aufgegeben wurde. Heute konzentriert sich der Harz auf den Tourismus.

    Den Menschen im Harz wurden durch den Grafen von Hohenstein ab 1543 sogenannte Bergfreiheiten eingeräumt. Sie waren nicht nur vom Militärdienst befreit, sondern durften für den eigenen Bedarf Wein (aus Früchten und Beeren) sowie Bier und Branntwein (aus Gerste) herstellen.

    Heute kommt die Gerste aus dem Harzvorland, etwa aus der Goldenen Aue (Richtung Nordhausen) oder aus der Hildesheimer sowie Magdeburger Börde. Sie wird in einer mittelgroßen Mälzerei – zwischen dem Harz und Hannover gelegen – weiterverarbeitet.

    [/su_box]

    Harz-Beat: Wie würden Sie die Premium-Qualität Ihres Glen Els Whiskys umschreiben? Wie schätzen sie dabei Ihre Position in Deutschland ein?

    Buchholz: Ich weiß nicht, ob unsere Produkte Premium sind. Das müssen Sie schon die Liebhaber unserer Single-Malt´s fragen. Ich werde mich nicht hinstellen und sagen: »Unser Whisky ist der beste der Welt!«, denn wir reden hier doch über Geschmack. Und Geschmack ist eine super-individuelle Sache.

    Daher ist es auch schwierig, zu bewerten, welche Position wir in Deutschland haben. Wir gehören sicherlich zu den ältesten Betrieben. Es gibt in Deutschland über 400 Destillen, viermal so viele wie in Schottland. Aber alle zusammen produzieren nicht einmal so viel wie eine mittelständische schottische Destillerie alleine. Auch unsere 30.000 Flaschen, die wir im Jahr herstellen, macht eine mittelständische Destillerie in Schottland Minimum an einem Tag. Die ganz Großen wie Glenfiddich produzieren im Jahr etliche Millionen Flaschen.

    Destillerie-Anlagen für Whisky.

    Weil bei uns alles im »Miniatur-Format« geschieht, lässt sich die Qualität des Glen Els natürlich präziser steuern. Andererseits passiert das »Whisky-Wunder« manchmal auch gerade durch die begrenzte Kontrollierbarkeit der Entwicklung des Whiskys.

    Wir verstehen uns als Manufaktur, als Handwerksbetrieb, und freuen uns natürlich riesig, wenn am Ende ganz, ganz tolle Produkte dabei herauskommen. Wir versuchen trotzdem, immer noch einen Tuck besser zu werden.

    Harz-Beat: Wonach richten sich die Preise Ihrer Glen Els Whisky-Sorten, die bei 49,50 Euro beginnen und bis etwa 160 Euro reichen?

    Buchholz: Zum Beispiel nach Exklusivität, nach Alkoholgehalt, nach Rarität.

    Harz-Beat: Da Sie derzeit nicht mal die Inlandsnachfrage decken können, sind Auslandsmärkte für Sie vermutlich überhaupt kein Thema …

    Buchholz: Wir exportieren nicht direkt. Unser größter Auslandsmarkt sind die Niederlande, durch sehr, sehr viele Besucher, die nach Zorge kommen.

    »Genuss beim Glen Els wichtiger als Image«

    Harz-Beat: Es heißt, die Chinesen hätten den Geschmack für einen guten Whisky entdeckt. Können Sie das bestätigen?

    Buchholz: Ja, aber das ist eine ganz andere Geschichte, die davon handelt, dass irgendwelche chinesischen Konsortien mit einem Koffer von Bargeld vor unserer Tür stehen und uns einen Anteil an der Destillerie abkaufen wollen, was wir dankend abgelehnt haben.

    Im übrigen habe ich bei den asiatischen Märkten so meine Zweifel, ob das zunehmende Interesse tatsächlich daran liegt, dass die Menschen ernsthaft auf den Genussfaktor »Geschmack« gekommen sind oder ob es nicht eher am positiven Image des Whiskys liegt. Wenn sich das Genussdenken immer mehr durchsetzt, würde ich das sehr begrüßen. Wir produzieren den Glen Els nämlich nicht, damit er 20 Jahre in irgendeinem Regal steht. Als Investmentprojekte eignen sich Aktien und Gold besser als Whisky, der zum Trinken gemacht wird. Ich fürchte aber, dass der Prestige-Gedanke bei vielen Menschen noch immer im Vordergrund steht.

    [su_box title=“Veranstaltungen für absolute Whisky-Liebhaber“ box_color=“#FFFFFF“ title_color=“#c83737″ class=“infobox–redBorder“]

    In einer beeindruckenden, ur-gemütlichen Whisky-Lounge serviert Alexander Buchholz einmal im Monat etwas ganz Besonderes. Dann werden Marken – auch anderer Hersteller – von erlesener Qualität verkostet, zum Teil in einer Preisklasse, die sich ein Einzelner kaum leisten würde. »Aber in einer Gruppe von 12 Personen fällt es leichter, Whisky-Träume wahr werden zu lassen«, umschreibt Buchholz den hohen Level der Veranstaltung.

    Häufig sind es Personen, die die Verkostung – neudeutsch: das Tasting – geschenkt bekommen haben, etwa als Anerkennung besonderer Leistungen: ein ungewöhnlicher Geschäftsabschluss eines Unternehmers, eine komplizierte Operation eines Arztes usw.

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    Harz-Beat: Welches ist Ihr wichtigstes Marketing-Instrument?

    Buchholz: Wir haben keins. Wir haben eine Verkaufsabteilung, aber keine Marketingabteilung. Vor dem Hintergrund unserer guten Absatzlage ist Mundpropaganda völlig ausreichend.

    Harz-Beat: Sie pflegen einen sehr guten Kontakt zu Ihren schottischen Kollegen. Bei welchen Gelegenheiten treffen sie sich?

    Buchholz: Bei den normalen Whisky-Messen, die vom Endverbraucher besucht werden, sehen wir uns nicht, sondern bei den speziellen Fachmessen, wo es um die Themen Equipment und Fortbildung etwa zu Fragen der mikro-bakteriellen Prozesse geht.

    »Weitere Produkte: Kräuterliköre, Obstbrände und Gin«

    Harz-Beat: Den ersten Whisky haben sie mit 18 kurz vor dem Abitur produziert. Ihr Vater, der nach wie vor im Betrieb mitarbeitet, hat 1985 die Spirituosenproduktion in der Hammerschmiede aufgenommen. Welche anderen Produkte werden neben dem Whisky bei Ihnen noch hergestellt?

    Buchholz: Kräuterliköre, Fruchtliköre und ein paar Obstbrände. Seit 2015 stellen wir auch Gin her. Diese Produkte machen heute etwa die Hälfte des Umsatzes aus. Sie haben es uns ermöglicht, eine Whisky-Destillation aufzubauen, was unheimlich viel Geld kostet. Wenn das Equipment nicht bereits vorhanden gewesen wäre, wäre es für einen 18-Jährigen ein Ding der Unmöglichkeit gewesen.

    [su_box title=“Bluhm: »Begeistert vom Ambiente der Hammerschmiede«“ box_color=“#FFFFFF“ title_color=“#c83737″ class=“infobox–redBorder“]

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    [su_column size=“1/2″ center=“no“ class=““]

    Wann immer Jan-Peter Bluhm als Tourist im Harz ist, ob in Bad Sachsa, Wernigerode oder aus Anlass des Brockenmarathons, schaut er in der Hammerschmiede vorbei, um ein Fläschchen mitzunehmen. Der Gütersloher schätzt das Aroma und die Geschmacksnuancen des Glen Els. Vor allem die etwas milderen Sorten haben es ihm angetan.

    Vom Ambiente der Hammerschmiede ist er begeistert. »Sehr professionell, auch von der Art wie im Destillerie-Shop die Whisky-Proben gereicht werden«, sagt Bluhm, der gerade mit seiner ganzen Familie aus Bad Sachsa angereist ist.

    [/su_column]

    [su_column size=“1/2″ center=“no“ class=““]

    Jan-Peter Bluhm aus Gütersloh ist beim Landmaschinenhersteller Claas tätig und kommt häufig zum Laufen und Mountainbiken in den Harz. Dabei macht er regelmäßig einen Abstecher zur Hammerschmiede.

    [/su_column][/su_row]

    Als er 2015 zum ersten Mal nach Zorge kam, hat Jan-Peter Bluhm sich schon etwas darüber gewundert, dass manche Häuser des Ortes nicht mehr im besten Zustand sind. Hier eine Whisky-Destille solchen Formats vorzufinden, hatte er nicht erwartet.

    [/su_box]

    Text, Fotos und Gestaltung: Michael Hotop, Jochen Hotop

  • Die Harzer Schmalspurbahnen – Sympathieträger für das ganze Gebirge

    Die Harzer Schmalspurbahnen – Sympathieträger für das ganze Gebirge

    Neben den vielen Attraktionen des Harzes sind die Harzer Schmalspurbahnen des eine ganz besondere. Das wird bei Umfragen immer wieder eindrucksvoll bestätigt: Die dampfbetriebenen Züge – unterwegs auf engen Gleisen im gemächlichen Tempo – sind  für viele Touristen eine Reise in den Harz wert. Es geht durch enge Schluchten und finsteren Tann bis ganz hinauf zum höchsten Gipfel Norddeutschlands, dem Brocken. Es geht aber auch durch herrliche Wiesenlandschaften im Selketal. Um die Naturschönheiten zu genießen, gibt es kaum eine bessere Geschwindigkeit als die maximal möglichen 40 km/h. Wie wertvoll die historischen Dampfzüge für den Harz inzwischen geworden sind, zeigt ein Vergleich: Die Schmalspurbahnen sind mit 140 Kilometern Europas längstes planmäßig mit Dampfzügen befahrenes Schienennetz.

    Er stampft brüllend durch die dunklen Harzer Fichtenwälder, röhrt über die Bergwiesen, strebt selbstbewusst auf den höchsten Gipfel des deutschen Nordens. Nein, nicht vom Rothirsch ist hier die Rede, sondern vom „Harzbullen“, wie manche Eisenbahnfreunde die mit 700 PS stärksten Dampfloks der Harzer Schmalspurbahnen GmbH (HSB) respektvoll bezeichnen.

    [su_box title=“Trainspotting“ box_color=“#FFFFFF“ title_color=“#c83737″ class=“infobox–floatRight infobox–redBorder“]Wer die Brockenbahn während seiner Wanderung zum Brocken fotografieren oder filmen will, kann zum Beispiel von Oderbrück aus starten und geht beim Aufstieg und Abstieg rund zweieinhalb Kilometer entlang der Gleise. Dabei ist das Pfeifen der nostalgischen Dampflok schon kilometerweit zu hören.[/su_box]

    Die Maschinen, in den 1950er Jahren in der DDR gebaut, werden als Neubauloks bezeichnet und sind die Leistungsträger der Bahn. Sie ziehen im Regelfall die planmäßigen Züge, während ihre von 1897 bis 1939 gebauten Geschwister eher im Sonderzugdienst anzutreffen sind. Auch Fahrzeuge einer historischen bis modernen Triebwagenflotte brummen über die Gleise. Unter anderem das älteste erhaltene Fahrzeug der einstigen Gernrode-Harzgeroder Eisenbahn (GHE) aus dem Jahre 1933 und die „Fischstäbchen“, so genannt, weil sie zuvor auf der ostfriesischen Insel Langeoog Dienst taten.

    »Längstes Schienennetz Europas mit Plandampf«

    Mit 140 Kilometern Streckenlänge weist „Die Größte unter den Kleinen“ Europas längstes planmäßig mit Dampfzügen befahrenes Schienennetz auf. Für viele Harzbesucher aus aller Welt ist die Meterspurbahn Hauptgrund einer Reise in Deutschlands nördlichstes Mittelgebirge. Rund 600.000 davon zog es 2017 auf den Brocken, der den HSB etwa zwei Drittel ihres Umsatzes beschert. 262.000 Fahrgäste reisten mit der Harzquerbahn vorwiegend im Raum Nordhausen.

    [su_box title=“Das Schmalspurnetz“ box_color=“#FFFFFF“ title_color=“#c83737″ class=“infobox–redBorder“][su_table responsive=“yes“]

    Fahrgäste 2017*
    Brockenbahn 19 km 600.000
    Harzquerbahn 60,5 km 262.000
    Selketalbahn 60,9 km 89.000
    Gesamtlänge 140,4 km *Sonderfahrten: 55.000

    [/su_table][/su_box]

    Ein völlig unverdientes Schattendasein mit nur 89.000 Reisenden fristet die durch eine wunderschöne Landschaft trassierte Selketalbahn. Nicht nur Bahnfreaks bezeichnen sie als schönste und abwechslungsreichste Teilstrecke der HSB.

    Mit den rund 55.000 Teilnehmern von Sonderfahrten befördert das Unternehmen etwa eine Million Passagiere im Jahr, mal mehr mal weniger je nach der Laune von Petrus.

    Selketal Bahn

    »Von Harzkamelen und Rosinenpickern«

    Ein Erfolgsmodell für den gesamten Harz, das nach der politischen Wende 1989/90 ganz und gar nicht selbstverständlich war! Längst hatte die DDR-Reichsbahn entschieden und bereits damit begonnen, ihre verschlissenen Dampfrösser durch Dieselloks zu ersetzen, die von der Regelspur auf Schmalspur umgebaut wurden. Allenfalls ein halbes Dutzend Dampfveteranen sollten Nostalgiezüge ziehen.

    Doch nun war die Wende da und weder den Eisenbahnfans noch anderen Reisenden gefielen die roten überdimensionierten „Harzkamele“, die blaue Dieselschwaden ausstoßend über die Gleise schwankten.

    [su_box title=“Das Geheimnis: Viel Wasser und Steinkohle“ box_color=“#FFFFFF“ title_color=“#c83737″ class=“infobox–floatRight infobox–redBorder“]Von Wernigerode aus sind es 33 Kilometer bis zum Brocken – bei einem Höhenunterschied von 900 Metern. Dabei verdampft die Lok 8000 Liter Wasser und verbrennt mindestens anderthalb Tonnen Steinkohle. 60 Heizer und Lokführer sind auf den insgesamt 25 Dampfloks – darunter der Mallet von 1897 – auf dem gesamten Streckennetz der HBS unterwegs.[/su_box]

    Auch eine Gruppe von „Rosinenpickern“, die lediglich die lukrative Brockenstrecke elektrisch betreiben und das Restnetz aufgeben wollte, hörte wenig Applaus für ihre Idee. Wütende Proteste nicht nur von engagierten Eisenbahnern, die ihren Zorn sogar auf die Waggons pinselten, sondern Bedenken von regionalen und überregionalen Politikern von Touristikern und einem Heer von Bahnliebhabern, machten die Pläne bald zu Makulatur. Am 1.Februar 1993 ging die Bahn von der Deutschen Reichsbahn an die in regionaler Trägerschaft befindliche Harzer Schmalspurbahnen GmbH über.

    »Rollende Denkmäler aus der Kaiserzeit«

    Seit nunmehr einem Vierteljahrhundert als Touristenmagnet und Sympathieträger bleibt die Bahn für die Verantwortlichen stets eine Herausforderung. Einen Fahrzeugpark mit rollenden Denkmälern aus der Kaiserzeit bis hin zur modernen Hybridtram am Laufen zu halten, verlangt Kompetenz aber auch Visionen. Und nicht die Fahrzeuge, auch der Erhalt des einzigartigen Gesamtnetzes, das 2006 noch in die Weltkulturerbestadt Quedinburg verlängert wurde, kosten Geld. Auch die qualifizierten Mitarbeiter wollen eine ordentliche Zahl auf dem monatlichen Gehaltszettel sehen. Wohl kaum eine deutsche Eisenbahn, die im Moment kein Personal sucht.

    [su_box title=“In 50 Minuten zum Brocken“ box_color=“#FFFFFF“ title_color=“#c83737″ class=“infobox–floatRight infobox–redBorder“]Das 700 PS starke Dampfross bringt die Fahrgäste von Drei Annen Höhne aus in rund 50 Minuten zum Brocken. Die Strecke wurde 1899 eröffnet und ermöglicht bei gutem Wetter traumhafte Ausblicke.[/su_box]

    Gerade der harte Dienst auf den Dampfloks fordert den vollen Einsatz, so ist die Verlockung groß, in den hellen, sauberen klimatisierten Führerstand eines anderen Bahnbetreibers zu steigen. Wären da nicht bei vielen der faszinierende Mythos von „König Dampf“und das Herzblut….

    Ausfahrt zweier HSB Dampfloks

    »Längst überfälliger Lückenschluss«

    Leider ist es bis heute trotz etlicher Anläufe nicht gelungen, Braunlage wieder an das Ostharzer Schmalspurnetz anzubinden. Vor dem Krieg existierte eine Verknüpfung der einstigen Südharzeisenbahn (SHE) mit der damaligen Nordhausen-Wernigeroder Eisenbahn (NWE), die durch den Stacheldraht unterbrochen wurde.

    Zwar ist diese unsägliche Grenze längst Geschichte, aber auch Ländergrenzen sind in Deutschland leider Grenzen. So konnten sich bislang Niedersachsen und Sachsen-Anhalt noch nicht auf einen Lückenschluss einigen – trotz zahlreicher Anläufe. Oft entschied sich das „ganz oben“ in Magdeburg und Hannover. Natürlich kostet die Aktion Geld, viel Geld. Und nicht allein nur für den Bau, sondern auch für Betrieb sowie den Erhalt der Infrastruktur.

    [su_box title=“Seit 1992 wieder erreichbar: Der Brockengipfel“ box_color=“#FFFFFF“ title_color=“#c83737″ class=“infobox–floatRight infobox–redBorder“]30 Jahre lang wurde die Strecke zum Brocken nur von DDR-Grenzern genutzt. Erst 1992 ist der fahrplanmäßige Betrieb für jedermann wieder aufgenommen worden.[/su_box]

    Hier sollten beide Seiten an einem Strang ziehen. Animositäten wie man sie bei der Schaffung des Nationalparkes erlebte, erinnerten bisweilen an kleine zänkische Kinder denen man den Schnuller wegnehmen wollte. Sicher muss man hier u.a. auch die „Skischaukel“ , mit der man den Wurmberg, das attraktivste Harzer Skigebiet von der Ostseite erschließen will, als wichtigen Faktor sehen.

    »Wer küsst Dornröschen wach«

    Übrigens sind bestimmte Unterschiede und Befindlichkeiten, die es hierzulande schon  früher gab, für Harzbesucher und -urlauber völlig uninteressant. Den normalen Urlauber interessiert es nicht, ob er gerade im niedersächsischen oder sachsen-anhaltinischen bzw. thüringischen Teil des Gebirges weilt. Und im herrlichen Selketal, das hier und da mit sehr reizvollen und guten gastronomischen Angeboten aufwartet, die viel Liebe und Engagement ihrer Betreiberinnen und Betreiber offenbaren, fehlen oft anderswo am Ufer der Selke Ideen und Professionalität. Wer küsst auch hier Dornröschen wach?

    Autor vor GHE Triebwagen

    »Die Schmalspurbahnen als Klammer«

    Dem Autor, der als kleiner Junge dem „Quirl“, der Harzquerbahn nahe dem großelterlichem Haus hinterhergerannt ist und viele Jahre im Westharz lebte, ist es ein Herzensanliegen, dass „sein“ Gebirge eine gute Zukunft hat. Die einzigartigen Schmalspurbahnen sollten mehr denn je eine Klammer für den Harz sein. Denn nur der ganze Harz hat Zukunft.

    Fotos und Text: Heinz-Helmut Heidenbluth

    [su_row][su_column size=“1/2″ center=“no“ class=““]

    Der Bahnhof »Drei Annen Hohne« liegt etwa 9 Kilometer südlich von Wernigerode. Den Ortsnamen hat der damalige Graf zu Stolberg-Wernigerode nach seiner Tochter, seiner Nichte und der Großmutter der beiden benannt, die alle drei Anna hießen. »Drei Annen Hohne« war ursprünglich der Name für eine Kupfer- und Silbermine, die 1770 vom Grafen hier gegründet wurde.

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    [su_column size=“1/2″ center=“no“ class=““]

    Vom Bahnknotenpunkt Drei Annen Hohne geht es sowohl für die Züge aus Richtung Wernigerode als auch aus Nordhausen weiter zum Brocken.
    Bahnhof oberhalb von Schierke auf 687 Metern: Letzter Halt bevor die Brockenbahn mit Volldampf und rund 700 PS das Dach des Nordens erklimmt.

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    [su_row][su_column size=“1/2″ center=“no“ class=““][su_box title=“Tipp:“ box_color=“#FFFFFF“ title_color=“#c83737″ class=“infobox–redBorder infobox-post-3321″]Für die Brockenbahn ist im Besonderen am Wochenende eine Platzreservierung empfehlenswert.[/su_box][/su_column] [su_column size=“1/2″ center=“no“ class=““][su_box title=“Wer steht hinter der HSB?“ box_color=“#FFFFFF“ title_color=“#c83737″ class=“infobox–redBorder“]Die Harzer Schmalspurbahnen GmbH (HSB) mit Hauptsitz in Wernigerode wird im Wesentlichen getragen von den Kreisen und Gemeinden auf deren Gebiet die Züge unterwegs sind.[/su_box][/su_column][/su_row]

  • Umfangreicher Bericht im Magazin Stadtglanz

    Umfangreicher Bericht im Magazin Stadtglanz

    Das Magazin Stadtglanz, das überwiegend Berichte aus der Region Braunschweig/Wolfsburg veröffentlicht, aber auch über den Harz berichtet, widmet der neuen Internetseite Harz-Beat vier Seiten. Dabei werden die Highlights von Harz-Beat auf außergewöhnlich gestalteten Seiten vorgestellt.

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